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Zahlen des Wandels

Der Druck durch den Menschen auf den alpinen Raum ist enorm und erzeugt eine unvergleichlich schnelle Veränderung. Daten und Fakten aus einer Welt zwischen Realität und Klischee.

0,0

Aussagekraft hat der schneereiche Winter 2017/18 für Experten bezüglich künftiger Entwicklungen des alpinen Skitourismus. Klimaforscher des Schnee- und Lawinenforschungsinstituts in Davos rechnen mit einer Abnahme der Schneedecke bis zum Ende des Jahrhunderts um bis zu 70 Prozent. Schon 2035 könnte die Schneesaison bis zu sechs Wochen kürzer sein als noch zu Beginn des 21. Jahrhunderts.

2

Grad Celsius ist es heute – nach übereinstimmender Feststellung ernstzunehmender Quellen – in den Alpen im Jahresmittel ungefähr wärmer als Ende des 19. Jahrhunderts. Damit stiegen die Temperaturen im Alpenraum in diesem Zeitraum ungefähr doppelt so stark an wie im Vergleich zum globalen Mittel.

8

europäische Staaten haben einen Anteil an den Alpen, sofern man die Zwergstaaten Monaco und Liechtenstein mitrechnet. Dadurch ergeben sich administrative Grenzen, die eine gemeinsame Strategie in eine gewaltige Herausforderung verwandeln – die „Alpenkonvention“. Dieses Übereinkommen haben alle Alpenstaaten und die EU 1991 in Salzburg „zum umfassenden Schutz und zur nachhaltigen Entwicklung der Alpen“ unterzeichnet.

15

Prozent der Fließgewässer in Österreich mit einem Einzugsgebiet von mehr als zehn Quadratkilometern befinden sich in einem ökologisch sehr guten Zustand, 22 Prozent in einem guten Zustand. Anders ausgedrückt: Der ökologische Zustand von 63 Prozent der Fließgewässer in Österreich ist höchstens mäßig oder schlechter.

61

Bartgeier wurden seit 1986 alleine in Österreich ausgewildert. Die Freilassung von zwei Jungtieren am 8. Juni 2018 gilt als die vorerst letzte. Der aktuelle Bestand im gesamten Alpenraum wird auf 200 bis 250 Tiere geschätzt, nachdem der Vogel Anfang des 20. Jahrhunderts bereits ausgerottet worden war. Seit 1997 gelingt es dem Aasfresser auch wieder, in den Alpen zu brüten.

125

Meter hat der Gepatschferner in den Ötztaler Alpen alleine im Sommer 2017 an Länge einbüßt. Er war damit laut dem Gletscherbericht des ÖAV der österreichische Rekordhalter eines ohnehin rekordverdächtigen Jahres, in dem die alpinen Eismassen durchschnittlich 25,2 Meter an Länge verloren. Insgesamt hat das globale Fieber die Fläche der Alpengletscher seit 1850 ungefähr halbiert.

210

Quadratkilometer umfasst der einzige deutsche Alpennationalpark, der 1978 gegründete Nationalpark Berchtesgaden. Fast exakt genauso groß war die Fläche, die in den fünf Jahren von 2012 bis 2016 bayernweit für Siedlungs- und Verkehrszwecke (vulgo: Flächenverbrauch) in Anspruch genommen wurde.

305

Pistenkilometer und 88 Liftanlagen hat nach Eigenangaben das größte zusammenhängende Skigebiet Österreichs namens Ski Arlberg. Insgesamt stehen in dem Land nach Branchenangaben rund 2900 Seilbahnen und Schlepplifte sowie 237 Quadratkilometer Pistenfläche zur Verfügung.

323

Hütten mit rund 20.000 Gastraumplätzen betreibt alleine der Deutsche Alpenverein. Zusammen mit den Unterkünften der Alpenvereine aus Österreich (230) und Südtirol (11) sind es sogar 570 Hütten. 125 davon haben das Umweltgüte-siegel.

800

Alpensteinböcke wurden im Jahr 2016 alleine in den Bayerischen Alpen gezählt, die meisten davon im Oberallgäu (441 Tiere). 2010 kam man insgesamt auf 450 Tiere. Dies ist dem Wildtierportal des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten zu entnehmen. Noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts belief sich der gesamte Bestand des gehörnten Alpensymbols auf eine Hundertschaft in den italienischen Alpen.

1.019

Wasserkraftwerke mit einer Leistung von mehr als fünf Megawatt listet die Arbeitsgemeinschaft Alpine Wasserkraft in den Alpen. Deren Gesamtleistung von 63 Gigawatt ergibt ein jährliches Erzeugungsvermögen von 166 Terawattstunden. Die gesamte Stadt München verbraucht etwa 7,5 Terawattstunden pro Jahr. Auch ohne die nahezu unzählbaren kleineren Wasserkraftwerke sind die Alpen damit die wichtigste Wasserkraftregion in Europa.

1.739

Almen gibt es alleine in Südtirol. Davon besitzen 188, also etwas mehr als zehn Prozent, keine Zufahrtsstraße. 73 dieser unerschlossenen Almen befinden sich in Naturparken oder Nationalparken.

3.765

Schneekanonen und Lanzen standen 2016 auf den Pisten Südtirols. Das verraten die Daten des Landesinstituts für Statistik. Damit hat sich ihre Zahl seit 1995 (620) versechsfacht. Der Riesenskiverbund Dolomiti Superski beschneit inzwischen etwa 97 Prozent seiner 1200 Pistenkilometer. In Bayern sind es nach Angaben des Verbands Deutscher Seilbahnen 25 Prozent, in Österreich etwa 70 Prozent.

7.000

Fahrzeuge werden an Spitzentagen auf der Stichstraße zum Pragser Wildsee in Südtirol gezählt. Nicht ganz so hohe Werte erreichen Passstraßen in den Dolomiten wie am Grödner Joch, wo an Spitzentagen 5.000 Fahrzeuge verkehren. Die Internationale Alpenschutzkommission Cipra führt inzwischen mehr als 50 Prozent des Verkehrsaufkommens in den Alpen auf Freizeitverkehr zurück.

7.000

Fahrzeuge werden an Spitzentagen auf der Stichstraße zum Pragser Wildsee in Südtirol gezählt. Nicht ganz so hohe Werte erreichen Passstraßen in den Dolomiten wie am Grödner Joch, wo an Spitzentagen 5.000 Fahrzeuge verkehren. Die Internationale Alpenschutzkommission Cipra führt inzwischen mehr als 50 Prozent des Verkehrsaufkommens in den Alpen auf Freizeitverkehr zurück.

13.000

Pflanzenarten kommen in den Alpen vor, neben 30.000 Tierarten. Laut WWF machen die in den Alpen beheimateten Gefäßpflanzenarten 39 Prozent der europäischen Flora aus. Selbst in den unwirtlich wirkenden hochalpinen Graslandschaften wachsen auf 100 Quadratmetern bis zu 80 Arten.

16.000

Liter Wasser pro Sekunde rauschen heute im Juli am Pegel Vent der Rofenache talwärts. Das entspricht 100 gefüllten Badewannen. Bis 2050 wird sich das Abflussmaximum wegen der weitgehend abgeschmolzenen Gletscher mit durchschnittlich etwa 6.000 Liter pro Sekunde in den Mai verschieben. Im heißen Juli werden je nach Quelle dann nur noch 3.000 bis 5.000 Liter erwartet.

31.564

Milchkühe verbrachten gemäß Angaben der Almwirtschaft Österreich alleine in Tirol den Sommer 2016 auf der Alm. Das entspricht 57 Prozent aller Milchkühe Tirols. Hinzu kamen 3.159 Pferde, 67.912 Schafe, 5.896 Ziegen sowie rund 77.000 Stück Jungvieh. Darüber kreisten nicht ganz so viele Bartgeier.

937.514

Hektar betrug nach einem Bericht der Almwirtschaft Österreich im Jahr 2014 die Gesamtfläche der bewirtschafteten Almen des Landes. Das entspricht 30 Mal dem Münchner Stadtgebiet und rund elf Prozent der Staatsfläche (die sogenannte Almfutterfläche ist allerdings mit 338.177 Hektar weit geringer). Im Jahr 1952 – also schon nach den Zeiten als Großmacht – hatte der Anteil noch bei 20 Prozent gelegen.

80 Millionen

Nächtigungen verzeichneten 2017 die Regionen Nordtirol (47,7 Mio., Quelle: Tirol Werbung) und Südtirol (32,2 Mio., Quelle: Landesamt für Statistik) – bei insgesamt 1,27 Millionen Einwohnern und etwa 560.000 Betten. Über die vergangenen zehn Jahre bedeutet das eine Steigerung bei den Nächtigungen von 15 Prozent. Im Gesamteuropa gab es allein 2017 ein Wachstum bei den Touristenankünften von acht Prozent.

1,353 Milliarden

Euro Kassenumsatz meldete der Fachverband der Seilbahnen Österreich alleine für den Winter 2016/17. Mit zuletzt etwa 55 Millionen Skier Days oder Ersteintritten – darunter ist der Tagesbesuch einer Person in einem Skigebiet zu verstehen – findet mittlerweile etwa jeder sechste Skitag weltweit in Österreich statt.